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<title>Kugelblitz</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Kugelblitz</span></h1>
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</div>
<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p>Als <b>Kugelblitz</b> bezeichnet man eine kugelförmige Leuchterscheinung meist in der Nähe eines <a href="Gewitter" title="Gewitter">Gewitters</a>. Für das seltene <a href="Ph%C3%A4nomen" title="Phänomen">Phänomen</a> gibt es Berichte von <a href="Augenzeuge" class="mw-redirect" title="Augenzeuge">Augenzeugen</a>, die Kugelblitze nicht nur im Freien, sondern auch in geschlossenen Räumen beschreiben. <a href="Physik" title="Physik">Physikalische</a> Demonstrationsexperimente decken nur Teilaspekte ab, manche Beobachtungen werden auch durch <a href="Wahrnehmungst%C3%A4uschung" title="Wahrnehmungstäuschung">Sinnestäuschung</a> erklärt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Beschreibung">Beschreibung</h2></div>

<p>Experten und Laien sammeln seit langem Augenzeugenberichte und werten sie aus. Laut Augenzeugen treten die seltenen Erscheinungen plötzlich auf, im Freien und auch in geschlossenen Räumen, überwiegend in Bodennähe. Die Phänomene werden als schwebende, selbstleuchtende und undurchsichtige Lichtobjekte beschrieben. Sie strahlen keine Wärme ab und treten in zahlreichen Farben und Größen auf. Die Form wird als sphärisch (<a href="Kugel" title="Kugel">kugelförmig</a>), eiförmig oder stabähnlich beschrieben.
</p><p>Die erste gründliche Zusammenstellung und Untersuchung von Kugelblitz-Beobachtungen wurde von Walther Brand 1923 veröffentlicht.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Brand selektierte 215 Fälle aus mehr als 600, deren Beschreibung genügend Information für eine Analyse enthielt und die ihm glaubhaft erschienen. Das Buch enthält eine Zusammenstellung der Eigenschaften der Objekte. Im Original ist es lange vergriffen, aber ein <a href="Nachdruck" title="Nachdruck">Nachdruck</a> ist erhältlich.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ende 2022 wurde das zweite Buch auf Deutsch über Kugelblitze veröffentlicht, das den Stand der Forschung beschreibt und 27 Originalberichte von Kugelblitz-Sichtungen enthält.<sup id="cite_ref-:0_3-0" class="reference"><a href="#cite_note-:0-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Charakteristisch in der Beschreibung ist die Beweglichkeit dieser Erscheinungen. Innerhalb von zwei bis acht, maximal 30&nbsp;Sekunden ändern sie oft ihre Richtung, offenbar nicht vom Wind getragen, sondern orientiert an sichtbaren Objekten. Dabei durchdringen sie laut Augenzeugenberichten auch feste Hindernisse unverändert und oft ohne Spuren zu hinterlassen, Regen fällt unbeeinflusst hindurch. Manche Zeugen berichten von <a href="Funke_(Verbrennung)" title="Funke (Verbrennung)">Funkenschlag</a> oder von einem Ende mit lautem Knall, der teilweise auch Verletzungen und Beschädigungen verursacht haben soll.
</p><p>Manche Beschreibungen ähneln sehr stark denen von anderen Phänomenen wie von <a href="UFO" title="UFO">UFOs</a> oder <a href="Foo-Fighter" title="Foo-Fighter">Foo-Fightern</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ursachen_und_Experimente">Ursachen und Experimente</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Stand_der_Forschung">Stand der Forschung</h3></div>
<p>Es wurde trotz Bemühungen von Experten verschiedener Fachrichtungen, wie <a href="Meteorologie" title="Meteorologie">Meteorologen</a>, <a href="Elektrotechnik" title="Elektrotechnik">Elektrotechnikern</a>, <a href="Physik" title="Physik">Physikern</a> und <a href="Chemie" title="Chemie">Chemikern</a>, bisher keine einheitliche, naturwissenschaftlich anerkannte Erklärung für die verschiedenen Beobachtungen und Berichte gefunden. Eine besondere Herausforderung ist dabei, die für das anhaltende Leuchten notwendige Speicherung von Energie mit der Leichtigkeit der Bewegung zu verbinden. Mark Stenhoff bietet eine Zusammenfassung des Forschungsstandes bis 1999;<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> die neueren Erkenntnisse bis 2019 sind in der englischen Version des Buchs von Herbert Boerner enthalten.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die deutsche Version des Buches<sup id="cite_ref-:0_3-1" class="reference"><a href="#cite_note-:0-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> enthält weitere Informationen zu den Bedingungen, unter denen Kugelblitze entstehen, und unter anderem einen Originalbericht einer Beobachtung des deutschen Physikers <a href="Walther_Gerlach" title="Walther Gerlach">Walther Gerlach</a>.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Boerner zufolge sind Kugelblitze keine <a href="Blitz" title="Blitz">Blitze</a>, sondern Objekte, die von Blitzen erzeugt werden. Es handele sich dabei aber nicht um Pseudophysik, sondern ein reales Phänomen.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Experimente_mit_künstlich_erzeugten_Blitzen"><span id="Experimente_mit_k.C3.BCnstlich_erzeugten_Blitzen"></span>Experimente mit künstlich erzeugten Blitzen</h3></div>
<p><a href="Nikola_Tesla" title="Nikola Tesla">Nikola Tesla</a> hat als Erster energiereiche künstliche Blitze erzeugt und berichtet in seinen Aufzeichnungen von Kugelblitzen in seinem Labor.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Silicium-Wolken">Silicium-Wolken</h3></div>
<p>Eine im Jahr 2000 von John Abrahamson und James Dinniss in Neuseeland vorgestellte <a href="Hypothese" title="Hypothese">Hypothese</a> postuliert, dass Kugelblitze nichtelektrischer Natur sind, jedoch durch Blitzeinschlag ins Erdreich entstehen. Dabei werde <a href="Siliciumdioxid" title="Siliciumdioxid">Siliciumdioxid</a> aus Sand oder Kieselerde in <a href="Silicium" title="Silicium">Silicium</a> und <a href="Sauerstoff" title="Sauerstoff">Sauerstoff</a> zerlegt. Während der Sauerstoff im Erdreich mit Kohlenstoff reagiere, trete das Silicium als Dampf oder <a href="Aerosol" title="Aerosol">Aerosol</a> aus dem <a href="Blitz" title="Blitz">Blitzkanal</a> aus und werde durch Luftsauerstoff langsam oxidiert, wodurch es leuchte. Die Siliciumpartikelwolke sei durch Selbstorganisation auf Grund ihrer Ladung in der Lage, eine kugelähnliche Form anzunehmen. Es sei daher möglich, dass sie sich nach Durchdringen einer kleinen Öffnung wieder zusammenfinde.<sup id="cite_ref-Abrahamson_9-0" class="reference"><a href="#cite_note-Abrahamson-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Diese Hypothese wurde in Brasilien an der Universidade Federal de Pernambuco von Antonio Pavão und Gerson Paiva nachgeprüft, indem Siliciumplättchen elektrisch verdampft und die Silicium-Luft-Mischung per Funkenentladung entzündet wurde. Farbe, Temperatur und Lebensdauer (8&nbsp;Sekunden) der tischtennisballgroßen Siliciumdampfbälle entsprachen dabei den Zeugenaussagen, soweit diese bei einem seltenen Kurzzeitphänomen exakt sind.<sup id="cite_ref-Pavao_10-0" class="reference"><a href="#cite_note-Pavao-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ein wissenschaftlicher Bericht dazu ist 2007 in den <i>Physical Review Letters</i> erschienen.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>

<p>2012 wurde diese Hypothese durch die zufällige Beobachtung eines Kugelblitzes mittels <a href="Spektrometer" title="Spektrometer">Spektrometern</a> erhärtet. Während eines Gewitters im Kreis <a href="Datong_(Xining)" title="Datong (Xining)">Datong</a> konnte ein Kugelblitz mit 5&nbsp;m Durchmesser, der in 1,6&nbsp;Sekunden ca. 15&nbsp;m zurücklegte, aus 900&nbsp;m Entfernung von chinesischen Wissenschaftlern beobachtet und aufgezeichnet werden (<span id="Beobachtungsort" class="coordinates -print"><a class="external text" href="geo:37.013473,101.62008"><span title="Beobachtungsort">Position</span></a></span><span class="geo noexcerpt" style="display:none"><span class="body"></span><span class="latitude">37.013473</span><span class="longitude">101.62008</span><span class="elevation">2530</span></span>). Im Spektrum des Kugelblitzes konnten Silicium, Eisen und Calcium nachgewiesen werden, alles Elemente, die auch reichlich im Boden vorkamen.<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Einschlag_in_Wasserpfützen"><span id="Einschlag_in_Wasserpf.C3.BCtzen"></span>Einschlag in Wasserpfützen</h3></div>
<p>Eine andere Hypothese stammt vom deutschen <a href="Plasma_(Physik)" title="Plasma (Physik)">Plasmaphysiker</a> Gerd Fußmann von der Berliner Humboldt-Universität. Er hat 2008 mit einem recht einfachen Versuchsaufbau eine Leuchterscheinung erzeugt, die den Beschreibungen eines Kugelblitzes ähnelt. Dabei füllte er ein Gefäß mit Wasser, setzte zwei Elektroden ein und legte für den Bruchteil einer Sekunde eine Spannung von 5&nbsp;kV an. Für etwa eine halbe Sekunde entstand dabei ein Gebilde, das er als Kugelblitz deutete. Daraus schloss er, dass Kugelblitze in der Natur durch normale Blitzeinschläge in Wasserpfützen entstehen könnten.<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>

<p>Seine Arbeit basiert auf derjenigen, an der er im Jahre 2006 als Leiter der gemeinsamen Arbeitsgruppe Plasmaphysik des Garchinger Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik (IPP) und der Berliner Humboldt-Universität (HUB) beteiligt war. Damals erzeugten die Wissenschaftler über einer Wasseroberfläche leuchtende kugelblitzähnliche Plasmabälle, die Lebensdauern von knapp einer halben Sekunde und Durchmesser von 10&nbsp;cm bis 20&nbsp;cm besaßen. Dabei tauchten in ein mit Salzwasser gefülltes Becherglas zwei <a href="Elektrode" title="Elektrode">Elektroden</a> ein, wobei eine Elektrode durch ein Tonröhrchen (das etwas aus der Wasseroberfläche herausragte) vom umgebenden Wasser isoliert war. Wurde über eine Kondensatorbatterie von 0,5&nbsp;mF eine Hochspannung von 5&nbsp;kV angelegt, so floss für 0,15&nbsp;Sekunden ein bis zu 60&nbsp;Ampere starker Strom durch das Wasser. Durch einen Überschlag vom Wasser aus gelangte der Strom in das Tonröhrchen, wobei das dort enthaltene Wasser verdampfte. Nach dem Stromimpuls zeigte sich ein leuchtendes <a href="Magnetosph%C3%A4re#Plasmoide" title="Magnetosphäre">Plasmoid</a> aus ionisierten Wassermolekülen.<sup id="cite_ref-Planck_17-0" class="reference"><a href="#cite_note-Planck-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Stehende_Wellen_und_Maser">Stehende Wellen und Maser</h3></div>
<p>Eine weitere Hypothese wurde 1955 vom russischen Physiker <a href="Pjotr_Leonidowitsch_Kapiza" title="Pjotr Leonidowitsch Kapiza">Pjotr Kapiza</a> aufgestellt. Er rechnete die Lebensdauer einer nuklearen Explosionswolke auf die von Kugelblitzen angenommenen Dimensionen herunter und erhielt für einen Feuerball von 10&nbsp;cm Durchmesser eine Lebensdauer von weniger als 10&nbsp;Millisekunden. Da Kugelblitze meist mehrere Sekunden lang beobachtet werden, kam er zu dem Schluss, dass sie <i>extern</i> gespeist werden müssen und eine intern ablaufende Reaktion, gleich welcher Art, für den Energiebedarf nicht ausreicht. Darauf entwickelte er die Hypothese, dass sich während eines Gewitters <a href="Stehende_Welle" title="Stehende Welle">stehende elektromagnetische Wellen</a> zwischen Himmel und Erde ausbilden und an den Schwingungsbäuchen Kugelblitze entstehen.<sup id="cite_ref-Kapitza_18-0" class="reference"><a href="#cite_note-Kapitza-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Kapiza ging jedoch nicht auf die Problematik ein, dass es eine Reihe von Schwingungsbäuchen gibt und welche Bedingungen einen bestimmten Schwingungsbauch zum Kugelblitz werden lassen. Um einen Ort bevorzugter Energieabgabe zu bilden, muss das dort befindliche Gas im Vergleich zur Umgebungsluft zumindest schwach ionisiert (leitfähig) sein und es ist unklar, wie sich eine solche Anfangsionisation ausbilden kann. Als theoretisches Beispiel sei eine heiße Luftblase genannt, denn die Ionisierung von Luft steigt mit der Temperatur an. Wenn eine solche Luftblase dadurch mehr Energie erhielte, führte das zu einem weiteren Anstieg der Temperatur und damit zu einem sich selbst aufschaukelnden Prozess.
</p><p>Peter Handel hat die Hypothese mit dem Vorschlag eines atmosphärischen <a href="Maser" title="Maser">Masers</a> ausgebaut. Wenn das Volumen eines Masers groß genug ist (mehrere Kubikkilometer), könnten durch alleiniges Pumpen (was bei kleinen Masern normalerweise zur sofortigen <a href="Dissipation" title="Dissipation">Dissipation</a> der Energie führt) genügend Moleküle in einen angeregten Zustand versetzt werden. Handel hat gezeigt, dass es <a href="Soliton" title="Soliton">Soliton</a>­lösungen innerhalb des Masers gibt, das heißt, eine stabile stehende Welle im nichtlinearen Medium, deren Energie vom Maser eine Zeitlang aufrechterhalten wird.<sup id="cite_ref-Handel_19-0" class="reference"><a href="#cite_note-Handel-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Entstehung und die Bewegung der Kugelblitze wäre damit an den Ort der Energieabgabe gebunden, deshalb stiegen sie im Gegensatz zum gewöhnlichen Plasma nicht auf und wären gegen Wind unempfindlich. Sofern Baustoffe von Gebäuden für Mikrowellen durchlässig sind, was zumeist der Fall ist, könnten derartige Kugelblitze diese durchaus durchdringen.
</p><p>Von Ohtsuki und Ofuruton durchgeführte Experimente mit starken Mikrowellensendern lieferten Plasmabälle mit vergleichbaren Dimensionen und Lebensdauern, die Bälle konnten sich gegen den Wind bewegen und scheinbar eine 3&nbsp;cm dicke Keramikplatte durchdringen,<sup id="cite_ref-OhtsukiOfuruton_20-0" class="reference"><a href="#cite_note-OhtsukiOfuruton-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> siehe Abschnitt <a href="#Künstliche_Effekte">Künstliche Effekte</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Elektromagnetischer_Knoten">Elektromagnetischer Knoten</h3></div>
<p>A. F. Ranada (Madrid) geht von einem <a href="Topologie_(Mathematik)" title="Topologie (Mathematik)">topologischen</a> Modell, einem sogenannten elektromagnetischen Knoten, aus. Ein elektromagnetischer Knoten ist definiert als Vakuum-Lösung der <a href="Maxwellsche_Gleichungen" class="mw-redirect" title="Maxwellsche Gleichungen">Maxwellschen Gleichungen</a> mit der Eigenschaft, dass alle elektrischen und magnetischen Feldlinien geschlossen sind. Entsprechend dieser Hypothese besteht das Volumen des Kugelblitzes nicht vollständig aus Plasma, sondern aus ineinanderhängenden <a href="Plasma_(Physik)" title="Plasma (Physik)">Plasmaschläuchen</a>, die sich gegenseitig magnetisch und hydrodynamisch stabilisieren und Eigenschaften von etwa 10&nbsp;s Lebensdauer sowie eine Netto-Abstrahlung von etwa 100&nbsp;W bei einer Gesamtenergie von etwa 20&nbsp;kJ ohne externe Energiezufuhr zulassen, wie durch entsprechende elektrodynamische Modellrechnungen auf der Grundlage der <a href="Hannes_Alfv%C3%A9n" title="Hannes Alfvén">Alfvénschen</a> und Maxwellschen Gleichungen gezeigt werden konnte. Dabei werde der Hauptteil der Energie nicht durch das Plasma der Blitzentladung, sondern als magnetische Feldenergie gespeichert, wobei <a href="Magnetische_Flussdichte" title="Magnetische Flussdichte">magnetische Flussdichten</a> von 0,5&nbsp;T bis 2&nbsp;T angenommen werden.<sup id="cite_ref-21" class="reference"><a href="#cite_note-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Weitere_physikalische_Hypothesen">Weitere physikalische Hypothesen</h3></div>
<p>Es gibt viele weitere Hypothesen: Hochspannungsentladungen, bei denen kleine (&lt;&nbsp;1&nbsp;cm) hüpfende Feuerbälle entstehen, die Bildung anderer zündfähiger Gase oder Aerosole (sogenannte diffusive Verbrennung).
</p><p>Unklar und unbewiesen bleibt bei allen geschilderten Experimenten, ob die erzeugten kugelförmigen Gebilde irgendetwas mit den von Augenzeugen beschriebenen Kugelblitzen zu tun haben.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Physiologische_Erklärungsansätze"><span id="Physiologische_Erkl.C3.A4rungsans.C3.A4tze"></span>Physiologische Erklärungsansätze</h3></div>
<p>Es gibt Forscher, die der Meinung sind, die beobachteten Kugelblitze seien nur eine optische Täuschung. Wird das Auge kurzzeitig stark geblendet, so sieht man noch einige Sekunden lang einen Lichteffekt. Bewegt man die Augen, kann der Eindruck entstehen, eine Lichtkugel fliege durch den Raum. Dieser Annahme widersprechen häufige Berichte, dass Kugelblitze nicht überaus hell waren und für Lichteffekte untypisch lange beobachtet werden konnten.
</p><p>Wissenschaftler der Universität Innsbruck vermuten, dass es sich bei den beschriebenen Kugelblitzen um vom Gehirn erzeugte Eindrücke (sogenannte <a href="Phosphen" title="Phosphen">Phosphene</a>) handelt. Diese Halluzinationen sollen durch die elektromagnetischen Felder bei Blitzeinschlägen entstehen können, indem die Neuronen im Gehirn angeregt werden.<sup id="cite_ref-22" class="reference"><a href="#cite_note-22"><span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Künstliche_Effekte"><span id="K.C3.BCnstliche_Effekte"></span>Künstliche Effekte</h3></div>
<p>Andere Effekte lassen sich mit einer permanenten Energiezufuhr durch <a href="Mikrowellen" title="Mikrowellen">Mikrowellen</a> erzeugen. Japanische Forscher kreuzten die Strahlen von leistungsstarken <a href="Magnetron" title="Magnetron">Magnetrons</a> (2,45&nbsp;GHz, 5&nbsp;kW), um in freier Luft, abseits der Quellen, also scheinbar schwebend, eine elektrische Feldstärke zu erzeugen, die ausreichte, eine Gasentladung zu zünden.<sup id="cite_ref-23" class="reference"><a href="#cite_note-23"><span class="cite-bracket">[</span>23<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dieser Plasmaball hatte eine passende Größe und Lichtemission und konnte scheinbar eine Keramikplatte durchdringen, ohne diese zu beschädigen. Tatsächlich durchdrangen lediglich die Mikrowellen die Platte und zündeten dahinter erneut eine Entladung. Das Plasma erlosch sofort nach Abschalten der Mikrowelle.<sup id="cite_ref-OhtsukiOfuruton_20-1" class="reference"><a href="#cite_note-OhtsukiOfuruton-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Quellenangaben">Quellenangaben</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Walther Brand: <i>Der Kugelblitz.</i> Verlag Henri Grand, Hamburg, 1923.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Walther Brand: <i>Der Kugelblitz.</i> Nachdruck, Verlag Norbert Kessel, 2010, ISBN 978-3941300330.</span>
</li>
<li id="cite_note-:0-3"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-:0_3-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-:0_3-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text">Herbert Boerner: <cite style="font-style:italic">Der Kugelblitz</cite>. Springer, 2022, ISBN 978-3-03119370-5.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Kugelblitz&amp;rft.au=Herbert+Boerner&amp;rft.btitle=Der+Kugelblitz&amp;rft.date=2022-12&amp;rft.genre=book&amp;rft.isbn=9783031193705&amp;rft.pub=Springer" style="display:none">&nbsp;</span></span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Mark Stenhoff: <i>Ball Lightning: An Unsolved Problem in Atmospheric Physics.</i> Springer, 1999, ISBN 978-0-306-46150-7.</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Herbert Boerner: <i>Ball Lightning</i>. Springer, 2019, ISBN 978-3-0302-0782-3.</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Walther Gerlach: <cite style="font-style:italic">Über die Beobachtung eines Kugelblitzes</cite>. In: <cite style="font-style:italic">Die Naturwissenschaften</cite>. <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>25</span>, 1927, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>522</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Kugelblitz&amp;rft.atitle=%C3%9Cber+die+Beobachtung+eines+Kugelblitzes&amp;rft.au=Walther+Gerlach&amp;rft.btitle=Die+Naturwissenschaften&amp;rft.date=1927&amp;rft.genre=book&amp;rft.pages=522&amp;rft.volume=25" style="display:none">&nbsp;</span></span>
</li>
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/* start https://de.wikipedia.org/ */


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/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20100610231751/http://www.wissenschaft.de/sixcms/detail.php?id=158489"><i>Klima und Wetter. Das Rätsel um die Kugelblitze.</i></a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 10. Juni 2010 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>). In: <i>Wissenschaft.de.</i> <a href="Bild_der_Wissenschaft" title="Bild der Wissenschaft">Bild der Wissenschaft</a>, 4.&nbsp;Februar 2000, abgerufen am 28.&nbsp;November 2021.</span>
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<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
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<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Ball_lightning?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Kugelblitz</a></span></b>&nbsp;– Album mit Bildern</div>
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<li>Thomas Bührke: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.weltderphysik.de/gebiet/teilchen/atome-und-molekuele/atome-und-quantenphysik/kugelblitze/"><i>Kugelblitze aus dem Wasserglas.</i></a> Kugelblitzen mit Experimenten auf der Spur. Bei: <i>WeltDerPhysik.de.</i> 8.&nbsp;Juli 2008, abgerufen am 18.&nbsp;September 2014.</li>
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<li>Lutz Reidt: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20160304071631/http://cdn-storage.br.de/mir-live/MUJIuUOVBwQIb71S/iw11MXTPbXPS/_2rc_H1S/_-9S/_Agf9-k6/130418_0905_radioWissen_Der-Kugelblitz---Naturphaenomen-oder-Hirnge.mp3"><i>Der Kugelblitz&nbsp;– Naturphänomen oder Hirngespinst?</i></a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 4. März 2016 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>). (MP3; 21,0&nbsp;MB; 22&nbsp;Minuten) in der Sendereihe <i>Bayern&nbsp;2&nbsp;– radioWissen</i> des <a href="Bayerischer_Rundfunk" title="Bayerischer Rundfunk">Bayerischen Rundfunks</a> vom 18.&nbsp;April 2013.</li></ul></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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